Zep Gori, Ciro Meggiolaro
Alle lieben die Transalp. Zumindest alle, die je eine besessen haben oder immer noch eine fahren. Sie ist zutraulich, verlässlich, allzeit einsatzbereit und zeitlos designt. Dennoch verschwand sie 2014 – nach fast drei Jahrzehnten Produktionszeit – aus dem Modellprogramm von Honda. Jetzt ist sie wieder da. Stärker, moderner und besser als je zuvor. Und immer noch ein echter Allrounder mit großem Fahr-Fun-Faktor.
Das will sie
Die eierlegende Wollmichsau auf zwei Rädern sein, also das eine Bike für alle Tage. Wer sich eine Transalp zulegt, ist immer auf dem richtigen Motorrad unterwegs. Touren fahren, Abstecher ins Gelände, pendeln, Fußrasten abschleifen, Kilometer abreißen. Und dabei auch noch gut aussehen.
Das bietet sie
Viel Bike fürs Geld. Sie steht ab 10.590,-- Euro beim Händler. Das ist ein echter Kampfpreis in diesem Segment. Yamaha Ténéré 700, Aprilia Tuareg 660, BMW F 850 GS und Suzuki V-Strom 800DE kosten teils deutlich mehr. Mit 92 PS und 75 Nm liegt die Transalp leistungsmäßig voll im Trend. Vorn rotiert ein 21-Zoll-Rad, das 5-Zoll-Farbdisplay ist über die Honda-App mit dem Smartphone vernetzt. LED-Beleuchtung rundum sind Serie, der konfigurierbare Blipper (rauf/runter) kostet 350,— Euro extra. Alternativ gehört er zu den 1235 Euro teuren „Rallye-Paketen“ (u. a. Alu-Motorschutz, Protektoren, Fußrastenset).
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Das kann sie
Richtig flink und erstaunlich präzise durch die Kurven jagen. Das Fahrwerk macht seine Sache wunderbar. Hinten dürfte es etwas straffer sein. Schön wäre es auch, ließe sich das Fahrwerk komplett einstellen und nicht nur die Vorspannung (wozu zudem Werkzeug nötig ist). Das ändert aber nichts an dem grandiosen Fahrspaß, den die Transalp auf den hervorragenden Kurven im Hinterland von Faro allen Testern bereitet hat. Die Traktionskontrolle nimmt ihren Job fast zu ernst: Jedes noch so kleine Tänzchen des Hinterrads riegelt sie rigoros ab, sogar im Gravel-Mode fürs Gelände.
Das bleibt in Erinnerung
Die herrlich unaufgeregte, aber durchweg souveräne Art, wie die Transalp ihren Job erledigt. Manch einem mag der „Sweetpoint“ fehlen, an dem sich etwas Spezielles tut, sei es ein Auspuffsprotzen beim Runterschalten, die zweite Luft beim Beschleunigen oder radikales Ankern. All das bietet die Transalp nicht. Aber alles, was sie macht, macht sie gut. Sie beschleunigt linear statt vehement. Sie verzögert punktgenau. Sie unterhält mit präsentem, fein komponiertem Sound. Sie rackert wacker über Feld und Flur.
Fazit
Neun Jahre war die Transalp weg vom Fenster, ab Ende April 2023 ist sie wieder da. Heureka! Hondas Entscheidung, mit der XL750 wieder ein echtes Mittelklasse-Adventure-Bike ins Programm zu nehmen, war und ist goldrichtig. Der Wettbewerb ist saustark aufgestellt, die Chinesen drängen massiv ins Revier. Honda bietet die Honda-typische Alternative: leicht zu fahren, perfekt verarbeitet, stilsicher designt. Ein Bike für die Ewigkeit. Zu einem sehr fairen Preis. Und auf Wunsch gedrosselt auf 48 PS.