Test: Erste Fahrt mit der tourentauglichen Harley-Davidson Low Rider ST

169 Nm bei 3.500 Touren – das Drehmoment des Milwaukee-Eight 117 ist überragend. Jetzt kommt der große V-Twin auch bei den Cruisern zum Einsatz.
Test: Erste Fahrt mit der tourentauglichen Harley-Davidson Low Rider ST
Test: Erste Fahrt mit der tourentauglichen Harley-Davidson Low Rider ST Breit und bequem: ausgeformter Einzelsitz mit Höcker.
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13.04.2022
| Lesezeit ca. 2 Min.
Amelie Mesecke, Björn Gramm
Hammer. Ein kurzer Dreh am Gasgriff. Und die Low Rider ST schiebt an wie eine Horde Elefanten. Ziemlich irre, was die 1.923 ccm Hubraum hier produzieren. „Die Low Rider S präsentiert sich als leistungsstarkes Kraftpaket für alle Liebhaber unverfälschter Performance“, schreibt Harley-Davidson in der Pressemitteilung zu der erstarkten Low Rider S und der neuen tourentauglichen Low Rider ST mit zwei abnehmbaren Seitenkoffern. Das trifft es.

Giga-Power und Gänsehaut-Sound

Der Milwaukee-Eight 117 war bislang den hauseigenen CVO-Bikes vorbehalten. Jetzt kommt er erstmals auch im Cruiser-Segment zum Einsatz. Und überzeugt auf ganzer Linie, was niemanden ernsthaft überraschen dürfte. Das Aushänge-Aggregat ist fest mit dem Rahmen verschraubt und entwickelt fünf Prozent mehr Drehmoment als der Milwaukee-Eight 114, der bislang in der Low Rider S zum Einsatz kommt. 106 PS transportiert die Kette nach hinten zum Michelin-Scorcher-31-Reifen. Der 2-in-2-Shotgun-Schalldämpfer untermalt die Power mit einem grandiosen Sound. Wuah, Gänsehaut.

Mehr Stauraum und Schräglagenfreiheit

53,8 Liter Stauraum schlucken die formschönen, relativ schlank gehaltenen Gepäckabteile. Sie sind für Harley-Verhältnisse hoch über dem Auspuff platziert. Zusammen mit dem erhöhten Federweg hinten (+ 19 mm) vergrößert das die Schräglagenfreiheit des Performance Cruisers. 30 Grad rechts und links machen die Low Rider ST zu einem ausgesprochen flotten Reisebegleiter. Vorn schmückt sie eine rahmenfeste Verkleidung mit dreifacher „Splitstream“-Belüftung. Die Öffnungen sollen die Turbulenzen am Kopf des Fahrers minimieren, was bei unseren Testfahrten im Hinterland von Girona gut funktioniert hat – sicherlich auch dank der 15 Zentimeter hohen, dunkel getönten Scheibe, welche die Verkleidung krönt.
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Schmale Lenkeranzeige statt Tankinstrument

Hinterm Vorbau klafft ein ziemliches Loch, das dem Lenkradius geschuldet ist. Sobald man auf dem breiten Einzelsitz Platz nimmt, fällt es aber nicht weiter auf. Als Tacho und Info-Instrument dient eine schmale Anzeige direkt am Lenker. Sie ersetzt die auf dem Tank platzierten Instrumente früherer Low-Rider-S-Modelle. Per Einstellrad unterm Sitz kann die hydraulische Federvorspannung der Hinterradfederung individuell angepasst werden. Für ordentliche Verzögerung sorgen eine Doppelscheibenbremse vorn mit Vierkolben-Festsattel plus Zweikolben-Schwimmsattel hinten. Soll ja auch zum Stehen kommen, der Reise-Express.
 Pro
  • mega Drehmoment
  • guter Windschutz
  • sportliche Fahreigenschaften
 Contra
  • viel offener Bauraum
  • nur ABS
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Harley-Davidson Low Rider ST - Baujahr: 2022
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