Impressionen Kawasaki Z900RS SE – Schön, schöner, SE
Kawasaki stellt seiner erfolgreichen Z900RS die technisch upgedatete und optisch aufgewertete Version Z900RS SE zur Seite und hofft auf anhaltenden Erfolg des beliebten Retrobikes.
SE – diese Buchstabenkombination steht bei Kawasaki für „Special Edition“. Motorräder mit diesem zusätzlichen Modellkürzel bieten stets mehr. Für allerdings auch mehr Geld. Solches Vorgehen ist nicht nur legitim, sondern auch klug, lässt sich doch auf diese Weise der Kreis der Interessenten in der Regel vergrößern. Für das Modelljahr 2022 hat man sich in Japan entschlossen, dem Retro-Dauerbrenner Z900RS – er ist in Deutschland seit seinem Erscheinen 2018 regelmäßig in der Zulassungs-Hitparade der Top 50 gelistet – eine Spezialausgabe zur Seite zu stellen. Sie trägt das Kürzel SE und beinhaltet feine Ware für Fahrwerk und Bremsen. Die technischen Kunstgriffe in der modifizierten Abstimmung der Komponenten beschränken sich auf ein Minimum.
Verfeinerte Optik und technische Finessen
Die Bremssättel von Brembo der Z900RS SE gehören zu den besten ihrer Klasse Über die Kawasaki Z900RS selbst gibt es nichts Neues zu sagen: Die leuchtenden Augen ihrer mehreren tausend Besitzer alleine in Deutschland sagen alles. Nur selten hat ein Retrobike so eingeschlagen wie die Neunhunderter. Damit die SE-Version der Z900RS auch richtig auf Touren kommt, appelliert man bei Kawasaki gleich an zwei Sinne möglicher Kunden: Man will sie emotional packen und zugleich mit technischen Finessen locken. Die emotionale Schiene wird mit weiter verfeinerter Optik bedient, als technisches Lockmittel dienen hochwertigste Bremsen-Komponenten sowie goldgelbe Fahrwerksteile mit blauem Logo. Wenigstens teilweise… Eindeutig ist die Sache bei den Bremsen: Brembo Stylema sind aktuell das Beste, was für den Serienfahrzeugbau zu haben ist. In diesem Fall beschränkt sich die Brembo-Ausrüstung nicht nur auf die M4.32-Sättel, sondern es werden zudem die 300-mm-Scheiben sowie die Bremsbeläge von dem italienischen Hersteller bezogen. Die radiale Bremspumpe stammt weiterhin von Nissin und wurde zugunsten einer noch besseren Verzögerung neu abgestimmt. Das Ziel der gesamten Aktion: Mehr Bremspower.
Hinten kommt die Z900RS SE mit Öhlins-Federung daher, die Upside-down-Gabel vorne ist von KYB Nicht ganz so eindeutig ist das Komponenten-Update bei den Fahrwerkselementen. Hinten kommt ein Öhlins-Federbein vom Typ S46 zum Einsatz; der Backlink-Gasdruck-Stoßdämpfer weist eine einstellbare Zugstufendämpfung sowie eine Verstellmöglichkeit der Federvorspannung per Handrad auf. Dieses ist auf der linken Fahrzeugseite gut erreichbar. Die ebenfalls in Goldfarbe gehaltene USD-Gabel ist voll einstellbar, weist allerdings keine blaue Firmenkennzeichnung auf. Was ihren Fähigkeiten nicht unbedingt Abbruch tun sollte, aber es ist halt nun mal kein Öhlins-Produkt, sondern stammt von KYB. Angesichts von 1.500,-- Euro Preisdifferenz zwischen der Basis-RS und der SE ist diese Entscheidung nachvollziehbar. Zumal ihre Abstimmung geringfügig in Richtung einer sportlicheren Federungsperformance geändert worden ist; der für ein Retrobike gebotene Federungskomfort soll dabei aber nicht gelitten haben.
Optisch kann die Kawasaki Z900RS SE punkten
Optisch macht die SE mit der exklusiven Lackierung Metallic Diablo Black in schwarz und gold richtig Eindruck
Auch optisch hat Kawasaki bei der SE nachgelegt. Die Lackierung in Metallic Diablo Black – eine Kombination aus Schwarz und Goldmetallic im sogenannten Yellow Ball-Styling – ist hinreißend schön und passt ganz vorzüglich zu den in Goldmetallic gehaltenen Leichtmetallgussrädern mit den filigranen Speichen.
14.195,-- Euro stehen für die Z900RS SE inklusive Überführungskosten in der Preisliste. Das scheint einerseits nicht zu viel, wenn man die Inhalte des Updates gegenüber der Basis-RS betrachtet. Andererseits liegt man nun doch auf einem Preisniveau, das für so manchen potenziellen Kunden unerreichbar scheinen könnte. Wie klug, dass die Grundversion nach wie vor bei den Kawa-Händlern zu haben ist. Wie heißt es so treffend: Getrennt marschieren und vereint schlagen. Kawasakis Marketingleute beherzigen diese Erfahrung, die Kunden tragen den Nutzen davon.