Honda CMX1100 Rebel DCT – Hondas neue Leichtigkeit im Fahrtest

Honda verpflanzt sein DCT-Getriebe ein weiteres Mal. Gemeinsam mit dem 1.084-ccm-Motor aus der Africa Twin arbeitet es nun auch im Cruiser-Bestseller Rebel.
Honda CMX1100 Rebel DCT – Hondas neue Leichtigkeit im Fahrtest Bobber-Style: Das 18-Zoll-Vorderrad rollt auf 130/70-B-Reifen.
Honda CMX1100 Rebel DCT – Hondas neue Leichtigkeit im Fahrtest Dicke Tüte: Breiter Endschalldämpfer an der CMX1100 Rebel.
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19.07.2021
| Lesezeit ca. 3 Min.
Till Gruschka

Als 500er schafft es der Low-Rider seit Jahren regelmäßig in die Top 15 der deutschen Zulassungshitliste. Zum Ende des ersten Halbjahres 2021 rangiert die kleine Rebel mit 1.027 Einheiten auf Rang 13. Besser verkauft sich im Hause Honda nur die CRF1100L Africa Twin (1.390 Neuzulassungen).

Bobber-Style: Das 18-Zoll-Vorderrad rollt auf 130/70-B-Reifen.
Bobber-Style: Das 18-Zoll-Vorderrad rollt auf 130/70-B-Reifen.

Kerniger Durchzug mit Honda-DCT

Seit Längerem schon fährt die Reiseenduro überwiegend mit „Dual-Clutch Transmission“ (DCT) vor. Und jetzt auch noch ein Cruiser mit Doppelkupplungsgetriebe, also „Automatik“, genauer: automatisiertem Schaltgetriebe? Eingefleischte Cruiser-Fahrer werden beim Wissen um diese Art des Gangwechsels vermutlich den Motorradfahrergruß verweigern auf der Straße. Verdient hat die neue CMX1100 das nicht: Die in fast allen Belangen leicht gewachsene Rebel ist ein echtes Spaßmobil. Mit DCT beschleunigt das 233 Kilogramm schwere Bike fulminant auf Tempo 100 und weiter bis zur offiziellen Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Laut Tacho schafft sie sogar 171 km/h. Dann wird es aber ganz schön zugig auf der nackigen Maschine.

Gewandert: Das Zündschloss sitzt bei der 1100er Rebel weiter unten als bei der kleinen 500er Schwester.
Gewandert: Das Zündschloss sitzt bei der 1100er Rebel weiter unten als bei der kleinen 500er Schwester.

Zehn Kilo leichter mit 6-Gang-Schaltgetriebe

Mit 6-Gang-Schaltgetriebe bringt die CMX1100 Rebel zehn Kilogramm weniger auf die Waage, wiegt aber immer noch 32 kg mehr als die 500er-Version (191 kg). Der Verbrauch hält sich im Rahmen: 4,9 l/100 gibt Honda an für die Schalt-Variante, 5,3 l/100km sind es mit DCT. Bei der Testfahrt landeten wir bei 5,5 l/100 km. Das ist okay bei der Leistung. Die maximale Zuladung der 1100er beträgt 172 kg, macht 395 kg zulässiges Gesamtgewicht. Bei der DCT-Version sind es dementsprechend 405 kg. Beide können mit Mini-Batwing-Verkleidung inklusive getöntem Windschild, Softbags und kleiner Sozius-Rückenlehne tourentauglich ausstaffiert werden. Die Sitzposition gibt längere Strecken problemlos her, solange man nicht (deutlich) mehr als 1,90 Meter Körperlänge auf die Rebel falten muss. Dann kneift es auf Dauer merklich beim Kniewinkel.

18-Zoll-Vorderrad im Bobber-Style

Mit 700 Millimeter misst die Sitzhöhe 10 mm mehr als bei der vor allem bei Frauen beliebten CMX500 Rebel. Der Radstand legt um 30 mm auf 1.520 mm zu, die Gesamtlänge um 50 mm auf 2.240 mm. Auch bei Gabel, Vorderrad und Bremsanlage rüstet Honda auf: Vorn kommt jetzt eine Teleskopgabel mit 43 mm Gabelrohrdurchmesser zum Einsatz (Rebel 500: 41 mm). Das 18-Zoll-Vorderrad (Rebel 500: 16) bringt eine 330er-Bremsscheibe zum Stehen (Rebel 500: 295 mm). Hinten packt sich eine 256-mm-Einscheibenbremse (Rebel 500: 240 mm) das 16-Zoll-Rad.

Muss reichen: Einscheiben-Bremsanlage vorn mit 330-mm-Scheibe und radial befestigten Vierkolbenbremszangen.
Muss reichen: Einscheiben-Bremsanlage vorn mit 330-mm-Scheibe und radial befestigten Vierkolbenbremszangen.

Eine Einscheibenbremse vorne muss der Honda CMX1100 Rebel reichen

Die Bremsleistung ist ordentlich und angemessen, solange man cruisertypisch auch oder sogar primär die Hinterradbremse bemüht. Aufgrund der 1100er-Power hätte es bei forscher Fahrt aber auch gern eine Doppelscheibe vorn sein dürfen. 87 PS bei 7.000 Touren entlockt Honda seinem 1100er-Triebwerk in der großen Rebel. Macht 15 PS weniger als in der Africa Twin, aber fast eine Verdopplung im Vergleich zur CMX500 Rebel. Das Drehmoment beträgt satte 98 Nm bei 4.750 Touren. Bislang mussten sich Rebel-Fahrer mit 48 PS und 43 Nm begnügen – was dem Erfolg des A2-Bikes bekanntlich nicht geschadet hat.

Den ausführlichen Fahrbericht zur neuen CMX1100 Rebel lest ihr in Motorrad & Reisen Ausgabe 106, erhältlich ab 27.08.2021.

 Pro
  • kerniger Motor
  • lässiger Look
  • entspannte Sitzposition
  • automatisiertes DCT-Getriebe
 Contra
  • nur Einscheibenbremse vorn
  • nichts für lange Kerle
  • höherer Verbrauch als mit Schaltgetriebe
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Honda CMX1100 Rebel - Baujahr: 2021
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