Honda CB500X: kleine Reiseenduro ganz groß

Ein Adventurebike mit 48 PS. Kann das funktionieren? Wir testen die Reisequalitäten der Honda CB500X.
Honda CB500X: kleine Reiseenduro ganz groß
Honda CB500X: kleine Reiseenduro ganz groß Guten Windschutz bietet die Front. Die Scheibe kann in zwei Höhen montiert werden – ohne Werkzeug lässt sie sich nicht verstellen.
9 Bilder
25.09.2021
| Lesezeit ca. 4 Min.
Eine Tour von eintausend Kilometern auf einer 48-PS-Maschine sind im Sattel der neuen CB500X nicht der Rede wert. Erwachsen präsentiert sich die größte der kleinen Hondas – besonders auf Reisen. Seit Neuestem wertet eine Big-Piston-Upside-down-Gabel, die von den deutlich leistungsstärkeren CB650R und CBR650R übernommen wurde, das Fahrwerk auf. Für den Einsatz in der CB500X erhöhte Honda den Federweg.

28 zusätzliche Millimeter sind es an der Front, 16 Millimeter am Heck, vergleicht man sie mit den straßenorientierten Schwestern CB500F und CBR500R. In der Praxis fallen die Unterschiede deutlich größer aus, als die Datenblätter vermuten lassen. Komfortabel und stabil kann sich das Fahrwerk der CB500X besonders auf schlechtem Fahrbahnbelag in Szene setzen, ohne im flüssigen Kurvenverlauf Abstriche machen zu müssen.
Honda CB500X

Ausgewachsene Ergonomie

Besonders große Fahrer lieben die Ergonomie der CB500X, während alle unter 1,65 Meter mit der Sitzhöhe von 834 Millimetern bereits ihre Schwierigkeiten haben. Aufrecht sitzend, mit entspannter Armhaltung und einem Kniewinkel von annähernd 90 Grad steht ausgedehnten Touren nichts im Weg. Bewegungsfreiheit und damit unterschiedliche Sitzpositionen erlaubt die durchgehende Sitzbank, die zwar komfortabel gepolstert ist, für lange Etappen aber etwas breiter ausfallen dürfte. Auch auf den Rasten stehend passt die Ergonomie, was der CB500X mit ihrem 19-Zoll-Vorderrad zu grundlegenden Offroad-Tugenden verhilft.
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Honda CB500X rot

Dass der Einsatz abseits befestigter Straßen durchaus erwünscht ist, erklärt den Alleingang in Sachen Vorderradbremse. Während CB500F und CBR500R seit der jüngsten Modellpflege mit radialen Vierkolbensätteln an der Front ausgestattet sind, verbaut Honda an der CB500X Bremssättel mit nur zwei Kolben. Bei maximaler Verzögerung sind sie gleichwertig, der Bremsscheibendurchmesser ist ebenfalls identisch, lediglich das Ansprechverhalten unterscheidet sich. Während die Vierkolbensättel sehr direkt ansprechen und dadurch bissiger wirken, legt sich die Zweikolbenbremse der X sanfter an die Scheiben. Im Gelände lässt sie sich dadurch feiner dosieren. Auf der Straße vermisst man hingegen den spontaneren Biss der CBR500R-Bremse.
Das Cockpit der Honda CB500X

Tourentaugliche Ausstattung

Ein Lob gilt der Aerodynamik der recht zierlich wirkenden Front, die kaum Turbulenzen am Helm des Fahrers erzeugt und dennoch gut vor dem Fahrtwind schützt. Sogar der Windschild ist in zwei Höhen montierbar, was allerdings den Einsatz von Werkzeug erfordert. Eine 12-Volt-Steckdose im Cockpit versorgt externe Geräte mit Strom. Darüber hinaus geizt das LCD-Display mit Tankanzeige, Ganganzeige, Drehzahlmesser, zwei Trip-Zählern, Uhr und Verbrauchsanzeige nicht mit Infos.
Honda CB500X im Test

Platz für Gepäck oder zwei Erwachsene

Reisende mit Gepäck dürfen sich über das große Heck mit massiven Haltegriffen für den Beifahrer und integrierten Verzurrpunkten freuen. Auf dem Soziussitz findet ein Erwachsener auch für längere Strecken ausreichend Platz. Wie es sich für eine Reiseenduro gehört, kann die Federvorspannung in fünf Stufen der Beladung angepasst werden. Der Handhebel der Vorderradbremse ist ebenfalls fünffach verstellbar und einen Hauptständer gibt es im Hondazubehör.
Der Motor der Honda CB500X

Die Honda CB500X lässt vergessen, dass man auf einem A2-Motorrad sitzt

Angesichts des erwachsenen Auftritts wähnt man sich auf der CB500X oft auf einem deutlich hubraumstärkeren Motorrad und wundert sich – im fünften oder sechsten Gang herumlümmelnd – über mangelndes Drehmoment beim Beschleunigen. Schaltet man jedoch eifrig im perfekt funktionierenden Sechsganggetriebe und lässt den kleinen Paralleltwin drehen, reicht die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h auch für Autobahnetappen und Überholmanöver aus.
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Die Front der Honda CB500X bietet guten Windschutz.

Eines der besten Adventure-Bikes für Besitzer des A2-Führerscheins

Honda hat mit der CB500X eines der besten Adventure-Bikes der 48-PS-Klasse im Programm. Im Test unterscheidet sie sich stärker von den übrigen CB500-Modellen als zunächst vermutet. Vor allem die ausgewachsene Ergonomie, ihr hoher Federungskomfort und der angenehme Windschutz gefallen auf ausgedehnten Touren. Mit ihrem deutlich größeren Heck und stabilen Zurrpunkten ist sie zudem in der Lage, auch das dafür nötige Gepäck zu tragen.

Die Honda CB500X im Video


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