Die BMW F 850 GS darf als Schweizer Taschenmesser unter den Motorrädern gelten. Zwar kann sie in keiner Testdisziplin mit Superlativen auftrumpfen, leistet sich aber auch keine Schwächen.
Ob hohes Dauertempo auf der Autobahn oder auf den Fußrasten stehend durch eine Schotterpassage, schwer beladen mit Gepäck oder agil auf einem Gebirgspass, auf dem Weg in die Innenstadt oder von morgens bis abends im Sattel – mit dem Griff zum Zündschlüssel der 850er ist man nie schlecht beraten. Ihre 95 PS in Kombination mit dem stabilen, elektronisch einstellbaren ESA-Fahrwerk sind mehr als ausreichend für jede Gangart und lassen tatsächlich die Sinnfrage nach
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Motorradlust PUR - Motorräder 01/2021 mit folgendem Inhalt:
Motoräder: Aprilia Tuono 660, BMW F 850 GS, BMW S 1000 XR, Ducati Scrambler Desert Sled, Ducati SuperSport 950 S, Harley-Davidson Street Glide Special, Honda CRF1100L Africa Twin, Indian Challenger Limited, Kawasaki Versys 1000 SE GT, KTM 1290 Super Adventure S, KTM 890 Duke & 890 Duke R, Moto Guzzimehr V7 Stone & V7 Special, Royal Enfield Himalayan, Suzuki V-Strom 1050XT, Yamaha MT-09, Harley-Davidson Pan America 1250, Honda CMX1
Motoräder: Aprilia Tuono 660, BMW F 850 GS, BMW S 1000 XR, Ducati Scrambler Desert Sled, Ducati SuperSport 950 S, Harley-Davidson Street Glide Special, Honda CRF1100L Africa Twin, Indian Challenger Limited, Kawasaki Versys 1000 SE GT, KTM 1290 Super Adventure S, KTM 890 Duke & 890 Duke R, Moto Guzzi V7 Stone & V7 Special, Royal Enfield Himalayan, Suzuki V-Strom 1050XT, Yamahamehr MT-09, Harley-Davidson Pan America 1250, Honda CMX1100 Rebel, Indian FTR, Indian Chief, Kawasaki ZX-10R, ZX-10RR & ZH2 SE, KTM 1290 Super Adventure R, Suzuki Hayabusa, Triumph Speed Triple 1200 RS, Triumph Bonneville
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der „großen“ 1250er aufkommen. Abschütteln lässt sich die 850er auf der Landstraße jedenfalls nicht.
Der Windschild der 850er ist höhenverstellbar.
Die BMW F 850 GS zieht stoisch ihre Bahnen
Auf der Autobahn bleibt es bis zu einem Tempo von 120 km/h angenehm ruhig hinter dem höhenverstellbaren Windschild. Die BMW zieht stoisch ihre Bahn, egal bei welcher Geschwindigkeit. Zu verdanken hat sie ihre Stabilität, neben dem 21-Zoll-Vorderrad, ihrem straff abgestimmten, elektronisch verstellbaren ESA-Fahrwerk. Das lässt sich auf unebenen Strecken in den Road-Modus versetzen, das Federbein verliert dann jedoch spürbar an Dämpfung und schwingt auf langen Bodenwellen nach. Die übelsten Stöße erspart die GS ihrem Fahrer mit dieser Abstimmung, zur Sänfte wird sie trotzdem nie. Im Modus „Dynamik“ ist das Nachschwingen verschwunden, sehr detailliert informiert das Fahrwerk dann allerdings über den Zustand der Fahrbahnoberflächen.
Die umfangreiche Ausstattung steuert die linke Armatur.An die Beladung lässt sich das ESA-Fahrwerk per Knopfdruck anpassen. Die Modi „Solo“, „Solo mit Gepäck“ und „Zweipersonenbetrieb“ stehen zur Wahl. Im Modus „Solo“ senkt sich das Heck spürbar ab, scheint dann aber bereits mit meiner 100-Kilo-Statur überladen. Der Soziusmodus ist im Solobetrieb hingegen zu viel des Guten – so soll es ja auch sein. Egal ob ohne Koffer oder voll beladen, ist mir die mittlere Option die liebste. „Solo mit Gepäck“ passt immer.
Lob gebührt der hervorragenden Vorderradbremse.
Sportliches Fahrwerk
Wird die BMW nicht als Lastenesel missbraucht, zeigt sich auf den Passstraßen das sportliche Talent der 850er. Der straffe Fahrwerksmodus „Dynamik“ sorgt trotz langer Federwege für erstaunlich wenig Bewegung im Gebälk. In Verbindung mit dem drehfreudigen Twin kommt der Wunsch nach einem agileren Untersatz am Urlaubsziel garantiert nicht auf. Hervorragend harmonieren dabei die aufgezogenen Bridgestone AX41 mit der BMW F 850 GS. Auf nasser wie trockener Straße bieten sie satten Grip und ausgezeichnetes Feedback. Ihren breiten Grenzbereich kündigen sie transparent an, beginnen lediglich leicht zu schmieren, während sie die BMW sicher durch die Kehre führen. Neutral, handlich und bockstabil zirkelt die F 850 GS so durch Serpentinen und Schräglagen jeder Gattung. Da passt selbst der Quickshifter für kupplungsfreies Schalten perfekt ins Bild und macht die Gangwechsel zum Vergnügen. Allerdings erst ab mittleren Drehzahlen. Untertourig flutschen die Gänge nur unter Zuhilfenahme der Kupplung geschmeidig rein.
Auf den wartungsfreien Kardanantrieb der Boxer-Modelle verzichtet die F 850 GS.Auch das Anfahrdrehmoment könnte etwas satter ausfallen. Ab mittleren Drehzahlen läuft der Zweizylinder spürbar runder, zeigt eine kräftige Mitte und eine beachtliche Drehfreude. Bummeltempo mag die 850er also weniger. Begeistern kann dafür ihr geringer Verbrauch, der sich zwischen vier und fünf Litern auf einhundert Kilometern bewegt. Mit dem 15-Liter-Tank sind damit Reichweiten zwischen 300 und 375 Kilometern zu schaffen. Im Mittel errechnen wir 4,4 Liter Verbrauch (E10) – ein sehr faires Vergnügen.
Hervorragende Bremsen
Das BMW-Navi auf der Lenkerklemmung schränkt die Sicht auf das Cockpit nicht ein.Ein weiteres Lob gilt der hervorragenden Bremsanlage der BMW, die von einem Kurven-ABS unterstützt wird. In den Regelbereich bekommt man es fast nie, zu gut sind Dosierbarkeit und Gripniveau am Vorderrad. Ein Aufstellmoment in Schräglage ist ebenfalls nicht feststellbar. Unterstützt wird die Front von einer sehr wirkungsvollen und perfekt dosierbaren Hinterradbremse.
Fazit
Aufrecht sitzend und mit einem Kniewinkel von nahezu neunzig Grad genießt der Fahrer viel Übersicht und Komfort auf langen Strecken.Neben tourentauglicher Ergonomie überzeugt die BMW F 850 GS mit durchdachten Details, wie einem robusten und variablen Koffersystem, gut ablesbaren Instrumenten und tadellosem Startverhalten. An ihrem sportlichen Charakter scheiden sich die Geister. Manchen ist sie zu straff abgestimmt. Was auf Straßen mit perfektem Asphalt auch bis in tiefe Schräglagen hinein grandiosen Fahrspaß garantiert, fordert auf zerfurchtem Asphalt Nehmerqualitäten. Über Schlaglöcher poltert die kleine GS teilweise rüde hinweg. Selbst im aufpreispflichtigen ESA findet sich kein verträglicher Kompromiss, um den ganzen Tag von A nach B zu fahren. Der Reihenzweizylindermotor passt wiederum zum sportlichen Dynamik-Modus des ESA-Fahrwerks. Der Twin legt eine wunderbare Drehfreude an den Tag und stellt dabei mehr als genug Leistung zur Verfügung. Per Quickshifter durchs Getriebe gescheucht, kann man die 850er wunderbar geschmeidig durch die Radien treiben. Wird der Fahrer müde – die GS wird es garantiert nicht –, fehlt es der kleinen GS dafür etwas an Schwungmasse, um die letzten Kilometer der Tagesetappe entspannt abzubummeln. Dann kommt er doch wieder auf, der Wunsch nach dem drehmomentstarken Boxer der 1250er.