Endlich up to date – Yamaha MT-10 2022 im Test

Leicht, einfach und präzise absolviert die neue MT-10 die ersten Testkilometer.
Endlich up to date – Yamaha MT-10 2022 im Test
Endlich up to date – Yamaha MT-10 2022 im Test Die starke Front mit V-förmigem Tagfahrlicht und winzigen Projektionsscheinwerfern wahrt den kompromisslosen Look der MT-Baureihe
7 Bilder
02.03.2022
| Lesezeit ca. 3 Min.
Hanspeter Küffer
Yamaha

Aufgrund von Euro 5 hat Yamaha im vergangenen Jahr die MT-10 aus dem Sortiment gekippt. Nach reichlich Feinschliff und diversen Updates ist das Topmodell der Yamaha Hyper-Naked-Familie jetzt wieder da – schärfer, stärker, radikaler und endlich auch bezüglich Assistenzsystemen up to date.

Yamaha MT-10 Auspuff
Der neue Titanschalldämpfer ist leichter und begeistert mit starker Akustik

Die neue Yamaha MT-10 leistet sechs PS mehr als zuvor

Die wichtigsten Überarbeitungen betreffen den nun auf Euro 5 getrimmten, vom Supersportler R1 abgeleiteten Reihenvierer. Das 998 ccm große CP4-Aggregat leistet neu trotz verschärfter Abgaswerte mit 166 PS sechs PS mehr als zuvor. Das maximale Drehmoment von 112 Nm wird bei 9.000 U/min erreicht, wobei die entsprechende Kurve im mittleren Bereich zwischen 4.000 und 8.000 U/min nun linearer verläuft, was eine ausgewogene, gradlinige Leistungsentfaltung bewirkt, wie die erste Testfahrt bestätigt. Hinzu kommt eine neue Titan-Auspuffanlage, welche den Fahrer insbesondere im Schiebebetrieb mit einem sonoren Brabbeln erfreut.

Yamaha MT-10 Lenkerarmatur
Alle Fahrassistenzsysteme lassen sich über ergonomisch korrekt platzierte Armaturen steuern

Zahlreiche Assistenzsysteme finden den Weg ins 2022er-Modell

Bezüglich Elektronik hat Yamaha die MT-10 nun ebenfalls auf zeitgemäße Klassen-Standards gebracht. Ride by Wire, 6-Achsen-IMU, Kurven-ABS, Anti-Wheelie-Kontrolle, schräglagentaugliche Traktionskontrolle und Slide-Control sind nun serienmäßig an Bord. Hinzu kommen vier vorprogrammierte Fahrmodi, deren einzelne Parameter bei Bedarf geändert respektive programmiert werden können.

Yamaha MT-10 Farb-TFT-Display
Schade, dass für die wichtigen Anzeigen lediglich 4,2 Zoll der gesamten TFT-Display-Fläche genutzt werden
Alle diese Funktionen werden über Lenkerarmaturen angesteuert und auf dem neuen, 4,2 Zoll großen Farb-TFT-Display angezeigt. Der bidirektionale Quick Shifter funktioniert nun auch beim Runterschalten. Zudem verunmöglicht nun ein Speed Limiter, die zuvor eingestellte Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten.

Yamaha MT-10 LED-Scheinwerfer front
Die starke Front mit V-förmigem Tagfahrlicht und winzigen Projektionsscheinwerfern wahrt den kompromisslosen Look der MT-Baureihe
Mit dem aufgefrischten Design der kompakten Front mit winzigen LED-Scheinwerfern, V-förmig angeordnetem Tagfahrlicht und voluminösen Lufteinlässen bewahrt sich die neue MT-10 den bereits bis dahin kompromisslos radikalen Look. Der neue, im Schrittbereich schmalere 17-Liter-Tank und die um einen Zentimeter höhere Sitzbank bewirken eine entspanntere Sitzposition mit mehr Bewegungsfreiheit. Unverändert bleiben dagegen Chassis und Fahrwerk mit voll einstellbaren Federelementen vorne und hinten.

Yamaha MT-10 Fahrbild
Bei hohem Tempo kommt der minimale Windschutz naturgemäß an seine Grenzen
An Power hat es der MT-10 bereits bis dahin nicht gemangelt. Doch nun stürmt sie ab rund 4.000 U/min linear und ohne erkennbaren Leistungsknick bis in den Begrenzer. Und auch bezüglich Fahrstabilität lässt sie nichts anbrennen, doch auch das ist aufgrund des supersportlichen Erbgutes ja eh klar. Leicht, einfach und präzise rennt sie wieselflink durchs Kurvenlabyrinth und bleibt selbst bei über 200 km/h stabil und spurtreu. Bei solch zügiger Angaserei erreicht jedoch der kaum vorhandene Windschutz seine Grenzen. Im Gegensatz dazu offerieren die neu mit radialem Brembo-Hauptbremszylinder bestückten Bremsen große Reserven und überzeugen mit guter Dosierbarkeit und Verzögerung.

Yamaha MT-10
Starkes Trio – Yamaha MT-10 in den Farben „Tech Black“, „Cyan Storm“ und „Icon Blue“ (v.l.)
Erhältlich ist die neue MT-10 in der dem 2021er Yamaha MotoGP-Sateliten-Team nachempfundenen Petronas-Farbe „Cyan Storm“, dem markentypischen „Icon Blue“ sowie in bösem „Tech Black“. Mit den beiden Ausstattungspaketen „Sport“ und „Weekend“ lässt sich die neue MT-10 den Bezeichnungen entsprechend individualisieren. Alle beschriebenen Änderungen betreffen auch die MT-10 SP mit semiaktivem Öhlins-Fahrwerk.

Mehr über die neue Yamaha MT-10 erfahrt ihr in Motorradlust – Motorräder PUR Ausgabe 01/2022, erhältlich ab 18.03.2022.
 Pro
  • Motorcharakteristik und Power
  • stabiles Fahrwerk
  • vielseitiges Elektronikpaket
  • programmierbare Fahrmodi
 Contra
  • Wetterschutz
  • keine Gepäckhalterung
  • geringe Nutzung der Displayfläche
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