Viel spekuliert wurde über die GS-Reihe, nachdem bekannt geworden war, dass BMW die Realisierung einer
R 1300 GS inklusive Zweitvariante M 1300 GS anlässlich des zehnjährigen Jubiläums ihres Wasserboxers erst für 2023 plant. Ob diese bereits Ende 2022 auf EICMA und Intermot zu sehen sein werden oder ob wir bis 2023 für erste Testfahrten warten müssen, ist bisher nicht bekannt.
BMW R 1250 GS – ein Kassenschlager, der seinesgleichen sucht
Grund zur Hektik besteht für BMW Motorrad wahrlich nicht,
verkauft sich die R 1250 GS doch weiterhin wie geschnitten Brot. Nach dem Rekordjahr 2020, setzte die R 1250 GS noch einen oben drauf und fand in 2021 nochmals mehr Abnehmer.
Kommt die F 900 GS?
Als quasi logische Konsequenz wurde von BMW erwartet, dass nach der F 900 XR und der F 900 R auch eine F 900 GS in den Markt eingeführt wird. Für 2022 ist eine neue 900er-GS weiterhin nicht in Sicht. Laut offiziellen Aussagen seitens BMW wird sich kurzfristig auch nichts daran ändern. Schaut man sich die Zulassungszahlen an, so muss man davon ausgehen, dass BMW hier kein wirklich höheres Verkaufspotenzial durch eine Hubraumerweiterung sieht. Schon die 850er wird den Erwartungen nicht gerecht und könnte der Zielgruppe mitunter schon etwas zu sportlich sein.
Kein heißes Eisen in der Mittelklasse?
Verschafft man sich einen Überblick über die Mittelklasse im Tourer-Segment, so muss man feststellen, dass die Konkurrenz der Bayerischen Motorenwerke mächtig aufgerüstet hat. Triumph führte kürzlich die
Tiger Sport 660 ein, Aprilia die
Tuareg 660 und Kawasaki brachte die
Versys 650 auf den aktuellen Stand. Alle in topmoderner Optik und auf dem technisch neuesten Stand. Dazu gibt es bereits weitere Alternativen wie die
Ténéré 700 von Yamaha, die sich schon heute deutlich besser verkauft als die aktuellen BMW-Modelle in dieser Klasse. Ein brandaktuelles Bike hat BMW in dieser Kategorie derzeit ohnehin nicht. Die 850er geht samt Co-Pilot F 750 GS nun bereits in ihr fünftes Jahr. Das aktuelle Update des 2022er-Modells beschränkt sich auf minimale Design- und Ausstattungsanpassungen. Die F 750 GS, die gern als Spar-850er abgetan wird, hat der 850er im Handel längst den Rang abgelaufen.
Die F 750 GS ist das deutlich erfolgreichere Modell
Zum Kassenschlager wurde die
F 850 GS ohnehin nicht. Die 750er dagegen findet man in den Zulassungsstatistiken sogar noch vor einer aktuellen
Multistrada V4, während die 850er unter den Top 50 gar nicht erst vertreten ist. Für das kommende Jahr dürfte es aber auch die 750er-GS deutlich schwerer haben, sich unter den beliebtesten Motorrädern zu behaupten. Vergleicht man die technischen Daten mit denen der Mitbewerber, so kann eine F 750 GS natürlich immer noch mit ihren Konkurrentinnen mithalten, dennoch wäre zumindest mal ein Facelifting für die etwas altbackene Optik fällig. Andernfalls könnten ihr die deutlich frischeren und mitunter auch leichteren Konkurrenten im nächsten Jahr tüchtig in die Quere kommen.