Die Spree flussaufwärts, durch grüne Auen, vorbei an Wolkenmaschinen und tief in das Lausitzer Bergland … abwechslungsreich und entspannend. Eine Motorradtour zum Herunterkommen und Genießen, mit grandioser Natur und alten Städten, genau richtig zum Entschleunigen in einem wunderschönen Teil Deutschlands!
Wenige Tage noch und die Wettervorhersage lautet fifty-fifty. Wenige Tage noch und plötzlich sind es noch weniger … wir müssen unsere Tour um zwei Tage nach vorne verlegen. Unserer positiven Haltung tut das jedenfalls alles keinen Abbruch und mit dem Wetter werden wir schon Glück haben. Die Anreise zu unserem „Startpunkt“ habe ich sehr entspannt geplant. Also lassen wir es recht ruhig angehen und fahren schön vom Harz übers Land nach Havelberg zum M&R Hotel „Büttnershof“ – unserem ausgewählten Startpunkt.
Das Gutshaus Büttnershof
Das Gutshaus Büttnershof findet sich in der Altmark, inmitten des höchst reizvollen Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe. Der 250 Jahre alte, unter Denkmalschutz stehende ehemalige Adelssitz der Familie von Katte von Lucke präsentiert sich romantisch und einladend unter uralten Laubbäumen. Schon bei der Ankunft bedauern wir, dass wir am nächsten Morgen diese Insel der Ruhe verlassen müssen … aber die Tourenplanung lässt leider keinen Spielraum. Allerdings werden wir dem Gutshof einen weiteren Besuch abstatten, später einmal. Die Altmark verstrahlt nun mal einen Charme, dem wir uns nicht entziehen können.
Ein gelungener Auftakt
Das Abendessen fällt sehr schmackhaft aus, ein wirklich gelungener Auftakt unserer Spreetour, welche uns von der Mündung der Spree in die Havel flussaufwärts bis zu den drei Spreequellen führen wird. Unter den alten Laubbäumen im Park besprechen wir die nächsten Tage, wir sind gespannt. Erfrischt und ausgeruht erwartet uns der nächste Morgen mit einem ausgiebigen Frühstück und strahlendem Sonnenschein. Das Gepäck ist schnell in dem großzügigen „Kofferraum“ der Victory CCT verstaut und wir verabschieden uns von Bernd – unserem erstklassigen Gastgeber. Nach wenigen Kurven erreichen wir auch schon die Elbe, über die wir mithilfe einer Fähre übersetzen.
Mit der Fähre über die Elbe
Auf kleinen Landstraßen
Auf kleinen Landstraßen schwingen wir uns dann langsam ein und es ist wie eigentlich immer: Wenn man sich von Bundesstraßen fernhält, erschließt sich einem eine idyllische Gegend mit kleinen Dörfern und ihren wunderbaren Backsteinkirchen. Einige davon liegen an der Straße der Romanik, Gutshöfe und verlassene Häuser ziehen an uns vorbei. Landflucht nennt man das wohl. Junge Leute sieht man selten, dafür scheint die ältere Bevölkerung sehr treu zu ihrem Land zu stehen. Als mir die beste Sozia der Welt plötzlich ins Ohr ruft: „Guck doch mal, da links steht ein Flugzeug!“, denke ich im ersten Moment an so einen typischen Agrarflieger. Doch nach der nächsten Kurve fallen mir beinahe die Augen aus dem Kopf. Da steht doch tatsächlich neben einem kleinen Hügel eine ausgewachsene Verkehrsmaschine! Wie kommt die dahin? Allein diese Frage ist Grund genug, einen Zwischenstopp einzulegen!
Stölln, der älteste Flugplatz der Welt
Ein historischer Zwischenstopp
Dass es sich lohnt, werden wir auch gleich sehen. Durch einen Zufall landen wir nämlich auf dem ältesten Flugplatz der Welt! An dieser historischen Stätte unternahm Otto Lilienthal seine ersten Flugversuche. In Stölln am Fuß des Gollenberges steht zu Ehren des ersten Flugpioniers ein Museum und eben eine ausgewachsene IL62! Unglaublich, mit welchem Mut der Pilot 1989 die Maschine auf dem nur 860 Meter langen Segelflugplatz landete, obwohl der Flieger normalerweise mindestens 2.500 Meter Betonpiste braucht. Wahnsinn und definitiv einen Besuch wert, denn an Bord wird nicht nur der Film zur Geschichte gezeigt, nein, Heiratswillige können sich da auch ihr Ja-Wort geben. Das fällt für meine Sozia und mich aus, sie ist schon seit vielen Jahren meine Ehefrau. Nach diesem interessanten Zwischenstopp geht unsere Tour mit zwei Stunden Verspätung weiter – Richtung Berlin.
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Wir wollen endlich unsere Spree sehen! Wunderschöne, grüne Alleen säumen unseren Weg in die Hauptstadt. Schneller als erwartet finden wir in Spandau die Stelle, wo die Spree in die Havel fließt. Hier ist also unser offizieller Startpunkt! Wir legen eine kleine Kaffee- und Kuchenpause ein, natürlich haben wir vorher eingekauft, und so genießen wir Marzipankuchen, während wir das bunte Treiben auf Spree und Havel beobachten. Dann machen wir uns wieder auf den Weg, ich entscheide mich für den kürzesten.
Berlin-Spandau: Mündung der Spree in die Havel Wir planen, die nicht geplante Flugzeugpause wieder aufzuholen. Am Rande sei aber erwähnt, dass der kürzeste Weg nicht zwingend der schnellste ist. Daher ein gut gemeinter Rat: Fahre niemals nie mit einem vollgepackten Reisedampfer zur besten Tageszeit mitten durch Berlin. Vergiss es! Suche lieber eine schöne Strecke außen herum, selbst wenn so 50 Kilometer Umweg zusammenkommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir endlich die andere Seite unserer Hauptstadt, verschwitzt und genervt. Wenigstens sind wir an allen möglichen Sehenswürdigkeiten vorbeigekommen. Und plötzlich verschwindet aller Lärm der Großstadt. Wir rollen durch den Wald, eine ruhige Idylle, Berlin verschwindet im Rückspiegel – wir sind wieder auf dem Lande! Da kommt bald das nächste Etappenziel in Sicht: der Müggelsee. Eine Oase, ein wahres Naherholungsgebiet, ein Kleinod der Entspannung und die Spree fließt mitten hindurch.
Impression vom Müggelsee Von nun an weist der Fluss unseren Weg, wenngleich man die Spree nicht immer sieht. Es wird immer grüner, die kleinen Straßen machen Spaß und so kommen wir Stück für Stück dem Spreewald näher. Allerdings geht uns heute die Zeit aus, wir suchen uns ein Domizil für die Nacht und werden morgen unsere ganz spezielle Spreewaldrunde drehen. Dabei geht es nicht um Kilometer fressen, nein ... genießen, entschleunigen - also raus auf die Straßen! Und die zeigen sich als sehr abwechslungsreich, teils nur halbseitig befestigt, klein und verlassen. So schwingen wir von Kurve zu Kurve und über viele kleine Brücken. Die kleinen und großen Fliese durchziehen den Spreewald wie ein Spinnennetz und es vergeht kaum ein kurviger Kilometer, an dem man nicht an der Spree entlang fährt.
Wer Ruhe und Frieden sucht, ist im Spreewald richtig! Niedliche Dörfer und kleine Städtchen wechseln sich ab und wir kommen näher an unser erstes Etappenziel: der Schwielochsee – Naherholungsgebiet und ein kleines Paradies für Binnenschiffer und Hobbykapitäne. Entlang seines Ufers fahren wir weiter bis zur nächsten, kleinen Pause in Beeskow. Zeit für einen Eiskaffee, natürlich an der Spree. Hier wird alles, was sich auf dem Wasser tummelt, zusammengeführt, und zwar an einer Selbstbedienungsschleuse. Wir kommen langsam komplett runter, jegliche Hektik der normalen Arbeitswelt rückt in den Hintergrund. Das ändert sich nicht mehr ganz so schnell und vor allem auch nicht auf den folgenden Kilometern. Teils gepflasterte Straßen aus alten Zeiten und kleine Dörfer, die fast so aussehen, als ob sie im Dornröschenschlaf liegen – hier ist die Welt noch in Ordnung – und schon erreichen wir den nördlichsten Punkt unserer Spreewaldrunde.
Mächtiger Kiefernwald bei Mülrose Zunächst sah unsere Streckenplanung einen Abstecher nach Fürstenwalde vor. An der Spreebrücke Kersdorfer Schleuse entscheiden wir uns dann aber für die Weiterfahrt nach Mülrose, am Oder-Spree-Kanal entlang. Am Vortag waren wir kurz vor Fürstenwalde abgebogen und die gleiche Strecke wollten wir nicht zweimal fahren. Von Mülrose schwingen wir flott durch Kiefernwälder nach Beeskow, durchqueren es und rollen entspannt entlang des Kossenblatter Sees nach Gröditsch und weiter in den unteren Spreewald. Prägten die Landschaft bei Mülrose noch Heideflächen, sandiger Boden und reichlich Kiefern, so tauchen wir nun erneut ins Grün der Laub- und Auenwälder ab.
Kurz darauf erreichen wir Lübbenau, welches mit einer römischen Therme aufwarten kann. Außerdem könnte man das Spreewaldmuseum dort aufsuchen, der Allgemeinbildung schadet das sicher nicht! Wie auch immer, wir fahren zurück nach Raddusch. Unser Abendessen besteht heute aus einem zünftigen Picknick. Die Victory hat, ohne Reisegepäck, riesigen Stauraum für allerlei Leckereien und so lassen wir uns auf einer Spreewiese nieder. Es wird ein richtig schöner Abend und die wunderbaren Eindrücke der vergangenen Tage lassen uns alsbald in den schönsten Träumen versinken.
Neuer Tag, neues Glück und das suchen wir jetzt auf dem Weg in die Oberlausitz, in die sanften Hügel des malerischen Berglandes, wo die Spree mit gleich drei Quellen das Licht der Welt erblickt. Aber der Reihe nach … noch sind wir in den letzten Ausläufern des Spreewaldes! Diese weisen den Weg nach Cottbus, vorbei an Seen und kleinen Flussläufen. Bald ändert sich aber das Landschaftsbild. Die dichten Laubwälder weichen einer weiten Landschaft. Am Horizont kann man eine weiße Qualmwolke am Himmel sehen, das Braunkohlekraftwerk Jenschwalde. Bald darauf kommt unser erstes heutiges Etappenziel in Sicht: der Aussichtsturm in Cottbus-Merzdorf. Mit seinen 34 Metern Höhe eröffnet er einen wahrlich fantastischen Rundblick über das riesige Tagebaugebiet. Im Vergleich zur Idylle des Spreewaldes wirkt das alles ein wenig befremdlich, also weiter. Nun stehen die Spreeauen südlich von Cottbus an. Über Spremberg rollen wir Richtung Schwarze Pumpe. Es bietet sich ein beeindruckendes Bild, als wir direkt auf das riesige Kraftwerk Boxberg zufahren. Achtung! In der Nähe kommt es gelegentlich zu „Kühlmittelniederschlag“, auf welchen Verkehrsschilder am Straßenrand hinweisen. Es ist sehr beeindruckend, eine dieser riesigen „Wolkenmaschinen“ aus der Nähe zu bestaunen. Am Bärwalder See halten wir erneut, um einen Blick nach Norden zu werfen. Bizarre Wolken lassen das in der Sonne liegende Kraftwerk bedrohlich wirken und bilden einen unglaublichen Kontrast.
Kraftwerk Boxberg
Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
Wir sind nun in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft angekommen und nähern uns langsam Bautzen, das mehr als 1.000 Jahre alt ist. Die Spree nicht aus den Augen zu verlieren, gestaltet sich in dieser Gegend als nicht ganz einfach. Wie auch immer, etwas später erreichen wir Bautzen. Die Stadt liegt direkt an der Spree. Man kennt sie wegen des guten Senfs, der von hier kommt, aber auch wegen der beiden Gefängnisse, von denen eines wegen der gelb geklinkerten Fassade im Volksmund „Das gelbe Elend“ heißt. Das zwischen 1900 und 1904 gebaute Zuchthaus Bautzen, später Bautzen I genannt, wurde zwischen 1933 und 1945 von den Nazis genutzt, um unliebsame Mitbürger hier wegzusperren. Von Juni 1945 bis Februar 1950 richtete die sowjetische Militäradministration in Deutschland auf dem Gelände der Haftanstalt das Speziallager Nr. 4 ein. Hier wurden von der Besatzungsmacht Nationalsozialisten, Unternehmer, Führungskräfte, Adelige sowie willkürlich Festgenommene inhaftiert. Darunter waren viele Jugendliche, denen die Sowjets vorwarfen, der Organisation „Werwolf“ anzugehören. Spätestens ab 1946 wurden auch sozialdemokratische und bürgerliche Gegner der SED im Speziallager festgehalten. Zu den rund 7.000 Insassen kamen noch einmal mehr als 5.000 weitere Häftlinge, die in einem provisorisch errichteten Barackenlager untergebracht waren.
Bautzen an der Spree beeindruckt mit einem wunderschönen, historischen Stadtkern Die Haftbedingungen waren unmenschlich, das galt für die Nazi-Zeit ebenso wie für die Besatzungszeit und auch danach, als die SED den Unrechtsstaat DDR diktatorisch regierte und in Bautzen unter anderem Fluchtwillige einsperrte. Außerdem gab es noch Bautzen II, den Stasi-Knast. Die Nazis und die Sowjets nutzen diese Anlage früher als Untersuchungsgefängnis. Von 1956 bis 1989 wurde es vom Ministerium für Staatssicherheit genutzt, um Regimegegner „kaltzustellen“. Im Durchschnitt waren in dieser Zeit 150 bis 180 Gefangene in Bautzen II inhaftiert. Von 1990 bis 1992 war Bautzen II wie vor 1945 eine Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Bautzen I. Einer Initiative des Bautzen-Komitee e. V. – einer 1990 gegründeten Vereinigung ehemaliger Häftlinge – folgend, wurde Bautzen II 1992 geschlossen und ab 1993 zu einer Gedenkstätte umfunktioniert. Seitdem gibt es dort eine höchst informative Dauerausstellung, die regelmäßig erweitert wird.
Das sehr sehenswerte Bautzen kennt man aber auch als politisches und kulturelles Zentrum der Sorben, einer slawischen Volksgruppe, die in der Ober- und Niederlausitz lebt und in Deutschland als nationale Minderheit anerkannt ist. Nicht nur die wechselhaften Herrscher, sondern auch der relative Wohlstand Bautzens prägen ein historisches Stadtbild, welches man gesehen haben muss! Die besondere Lage an der historischen Via Regia und an der Frankenstraße taten ihr übriges, um aus Bautzen eine blühende Metropole des Mittelalters zu machen. Gönnen wir uns also noch einen kleinen Bummel, bevor wir wieder unsere Victory satteln, um die letzten Kilometer dieses spannenden Tages anzugehen. Wir verlassen die Stadt und rollen in Richtung tschechischer Grenze.
Es warten noch ein paar schicke Kurven, welche uns – mehr oder weniger direkt – nach Wilthen zu unserem Hotel im Ortsteil Tautewalde bringt. Tautewalde ist eine gute Adresse in der Region, um alle sehenswerten Ziele innerhalb kürzester Zeit und auf kurvenreichen Straßen zu erreichen. Ob es nun das Elbsandsteingebirge ist, die Böhmische Schweiz, das Zittauer Gebirge, die wunderbare Oberlausitz und das sagenhafte Riesengebirge.
Unsere Unterkunft in Tautewalde Nach einer erholsamen Nacht und einem motorradgerechten Frühstück nehmen wir die dritte und letzte Etappe unserer Spreetour in Angriff. Heute wollen wir die drei Spreequellen besuchen und so ganz nebenbei ein paar schöne Kurven genießen. So machen wir uns auf den Weg in Richtung Tschechien, denn da bildet die kleine Spree für ein kurzes Stück die Grenze. Wir kurven erst nach Sohland an der Spree und dann weiter über Schluckenau nach Jiríkov. Die kleinen und kleinsten Sträßchen sind sehr einsam und bieten eine grandiose Aussicht.
Unterwegs an der Tschechischen Grenze Streckenweise sollte man aber schon hart im Nehmen sein. Ich habe den Eindruck, dass auf einigen Abschnitten seit Jahren kein Fahrzeug mehr unterwegs war. Aber gerade das macht den Reiz aus. Schon nach relativ kurzer Zeit erreichen wir Ebersbach und steuern zuerst den Zusammenlauf der beiden winzigen Spree-Flüsschen im Stadtpark an. So einiges Wissenswertes wird hier vermittelt und nach ein paar Fotos machen wir uns auf den Weg, um die erste Spreequelle anzufahren. Die Suche danach gestaltet sich ein wenig wie eine Schnitzeljagd. Schließlich finden wir in einem Wohngebiet am Ende einer Sackgasse einen Trampelpfad, der uns zum historischen Spreeborn bringt. Sie ist die älteste, geschichtlich einwandfrei belegte Spreequelle und sehr romantisch in einem kleinen Park gelegen. Na bitte! Nummer Eins ist gefunden, fotografiert und bestaunt. Weiter geht es zur zweiten Quelle. Diese lässt sich leichter finden und liegt am Eingang des Stadtbades von Neugersdorf. Sie gilt als ergiebigste der drei Quellen und wurde 1888 schmiedeeisern eingefasst.
Spreequelle Ebersbach Diese kann man mit dem Motorrad direkt anfahren. Zack, Nummer Zwei ist eingetütet, Bilder sind gemacht und weiter geht es. Aller guten Dinge sind drei und so steuern wir die letzte Spreequelle an.
Spreequelle Neugersdorf Diese liegt am Kottmar, einem erloschenen tertiären Vulkan, der auf 583 Meter über dem Spiegel der Weltmeere gipfelt. Da diese Spreequelle mitten im Wald liegt, müssen wir die letzten Meter zu Fuß gehen. Das lohnt, denn die letzte Quelle liegt wunderschön und lädt zum Verweilen ein. Am Fuß der Quelle erleben wir dann auch noch eine kleine Überraschung, denn da steht ein Stein, mit unserer Spreetour und den Etappenzielen ziemlich genau in Granit gemeißelt.
Spreequelle Kottmar Natürlich könnte jetzt der Eine oder Andere sagen: „Anders hättet ihr ja auch gar nicht fahren können!“ Stimmt ja auch … zumindest fast. Denn bekanntlich führen viele Straßen nach Rom, genau so viele aber auch an der Spree entlang. Beeindruckt sind wir trotzdem. Wir lassen die letzten Kilometer Revue passieren und machen uns auf den Weg zurück ins Erbgericht nach Tautewalde. Selbstverständlich nicht auf dem direkten Weg, ein oder zwei Sehenswürdigkeiten wollen wir natürlich noch mitnehmen. Über kleine Nebenstraßen fahren wir nach Kottmarsdorf, wo wir die 1843 erbaute Bockwindmühle auf dem 435 Meter hohen Pfarrberg besuchen. Weiter geht die Fahrt, wiederum über kleine Nebenstraßen, nach Löbau.
Natürlich müssen wir uns den einzigen noch erhaltenen, gusseisernen Aussichtsturm in Europa und wahrscheinlich ältesten Turm dieser Art überhaupt anschauen. Der König-Friedrich-August-Turm weist eine Höhe von 28 Meter und einen Durchmesser von vier Metern auf, verfügt über eine achteckige Form und enthält drei außen liegende Galerien in 12, 18 und 24 Meter Höhe. Die innen liegende Wendeltreppe hat 120 Stufen und von oben bietet sich eine fantastische Aussicht über das Lausitzer Bergland bis hin zum Zittauer Gebirge. Die obligatorische Gastwirtschaft am Fuße des Turmes versorgt uns dann auch mit einem frischen Kaffee, bevor wir die nächsten Kurven unter die Räder der Victory bekommen. Am Czorneboh vorbeifahren wir wieder an der Spree entlang, halten uns nördlich des bekannten Mönchswalder Berges und erleben dabei wieder kleine Dörfer und Straßen. Wir passieren auch Sora, Neukirch, Steinigtwolmsdorf, Weifa und Neuschirgiswalde auf dem Weg zurück zum Erbgericht. Da sich die heutige Etappe doch recht kurz gestaltet, beschließen wir noch einmal nach Sora zu fahren, um die schöne Aussicht zu genießen. Außerdem verspricht die Wetterlage einen grandiosen Sonnenuntergang. Eigentlich wäre das genau das passende Ende für unsere traumhafte Spreetour, aber dann passiert doch noch etwas Unerwartetes. Während wir nämlich auf einer Bergwiese dem Sonnenuntergang entgegensehen, hören wir immer mal wieder ein Scheppern. In der Stille der Landschaft erstaunen diese Geräusche schon, wir gehen der Sache auf den Grund. Bald finden wir die Ursache für die Störgeräusche während des Sonnenuntergangs: ein ausgebüchster Jungbulle. Offensichtlich will er auf eigene Faust die Landstraße erkunden. Augenscheinlich gefallen ihm dabei die schwarzweißen Begrenzungspfähle so gut, dass der Halbstarke einen nach dem anderen einfach umschubst – die Erklärung für die komischen Geräusche.
Nun also liegen sechs oder sieben Markierungspfähle auf der Straße und eine nicht unerhebliche Masse tierischer Testosterone und Übermut nähert sich uns. Da hilft nur der Griff zum Telefon, denn nun braucht es unsere Freunde und Helfer – die Polizei. Nach einiger Zeit taucht dann auch ein Streifenwagen auf, der Halbstarke ist inzwischen im naheliegenden Wald verschwunden. Nach kurzer Suche wird er schließlich ausfindig gemacht und zurück zum Gatter geführt. Etwas später erscheint dann auch der Bauer, um den Spezi zurück zur Herde zu lassen, die inzwischen gemeinschaftlich auf der Weide steht und lautstark das Jungtier zurückfordert. Bei all der Aufregung verpassen wir beinahe den Sonnenuntergang. Somit endet unsere Tour ein wenig aufregend, romantisch und einfach nur schön.
Motorradtour Spreetour - Einfach mal entschleunigen – Infos
Allgemeine Infos
Der Verlauf der Spree führt nicht nur durch Berlin, sondern auch durch die verschiedensten Landschaften und Gegenden Deutschlands. Als da wären, die wundervollen Weiten Brandenburgs, die herrlich grünen Auen im Spreewald und das wunderschöne Lausitzer Bergland bieten zudem höchst abwechslungsreiche Strecken.
Sehens- & -erlebenswert
Wer möchte, sollte für die Hauptstadt Berlin ein oder zwei Tage einplanen. Hier gibt es eine Menge zusehen, wie den Reichstag beispielsweise. Ansonsten gibt es im Spreewald einige Schleusen und viele Seen, die einen Besuch wert sind. Das historische Bautzen sollte man ebenso aufsuchen wie die Stadt des Weinbrandes Wilthen. Dort empfiehlt sich für die Freunde des feinen Tropfens unbedingt eine Führung durch die Weinbrennererei.
Anreise
Aus Berlin heraus folgt man erst der A10 Richtung Hamburg. Danach geht es auf der A24 weiter. Anschließend weist die B167 den weiteren Weg in Richtung Havelberg. Bei Sandau setzt man mit der Fähre über die Elbe und dann sind es nur noch ein paar Meter bis zum Startpunkt am Büttnershof. Von Hamburg aus fährt man über Lüneburg, Dannenberg und Wittenberge zum Startpunkt. Von Süden her reist man über Magdeburg, wo die A2 verläuft, an.
Beste Reisezeit
Berliner Motorradfahrer wissen natürlich, dass milde Winter den Spreewald fast zum Ganzjahresziel machen. Besonders schön ist es dort aber auch Mai, wenn alles grünt, und im Herbst, wenn sich die Bäume gold verfärben. Für die wundervolle Lausitz gilt als Reisezeit: April bis Oktober - je nach Großwetterlage
Verpflegung
Typisch deutsche Küche, allerdings sollte man selbstverständlich Spreewaldgurken in allen Variationen probieren. Quarkkeulchen in der Lausitz, Soljanka geht immer und Fisch aus der Spree sind auch sehr zu empfehlen.
Es ist gut zu wissen, wo sich die kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten befinden. Das Kartenbild der MARCO POLO Karte führt Sie nicht nur zu diesen Stellen, sondern zeigt Ihnen außerdem noch viele andere wissenswerte Details.
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